Diese 3 Tipps verhindern, dass Deine Vorsätze scheitern

By Christina | Blog

Jan 09

Mein Opa und meine Oma waren beide Raucher. Als sie ungefähr in meinem Alter waren, sagte Opa, er höre auf. In den vielen Jahrzehnten, die seitdem vergangen sind, hat er keine einzige Zigarette mehr angegriffen. So ist er einfach, mein Opa.

Als meine Oma das sah, sagte sie, auch sie höre damit auf. Und ab diesem Zeitpunkt… rauchte sie heimlich. Sie rauchte überall, nur nicht vor Opa. Es war ihr zu peinlich, dass sie es nicht genauso geschafft hatte wie er. Gelegentlich rauchte sie auch wenn er dabei war und erklärte die Sache zu einem kleinen Rückfall. Danach wechselte sie wieder in den Geheimmodus und rauchte im Keller. So ist sie einfach, meine Oma.

Nur 20% von uns sind mit einer starken Willenskraft gesegnet

Die Wissenschaft behauptet, dass 20% von uns mit einer starken Willenskraft ausgestattet sind. Mein Opa gehört hier garantiert dazu. 60% von uns müssen sich mit einer durchschnittlichen Willenskraft begnügen und die restlichen 20% haben eine unterdurchschnittlich entwickelte Willenskraft. Gratuliere, wenn du zu den oberen 20% gehörst, freu dich darüber und hab Geduld mit uns, den restlichen 80%. Wir sind halt nur Menschen und seien wir ehrlich – die meisten unserer guten Vorsätze finden ein böses Ende.

Deswegen brauchst du beim Durchziehen deiner Vorsätze jeden Verbündeten, den du kriegen kannst. Der wichtigste Verbündete ist dabei dein Gehirn. Zu verstehen, wie es funktioniert und wie du es dazu bringen kannst, dich zu unterstützen, werde ich dir gleich erklären.

Denn um mit dem Rauchen aufzuhören, regelmäßig Sport zu treiben, sich gesund zu ernähren oder abzunehmen, ist eine starke Motivation notwendig. Als ehemalige Raucherin weiß ich, wovon ich rede. Genügt es, dass „Silvester“ ist, um dermaßen hoch motiviert zu sein? Ich glaube, Menschen wie mein Opa schaffen es. Sie nehmen ihren eigenen Entschluss ernst und theoretisch reicht es für sie genauso, wenn Valentinstag ist, die heiligen drei Könige oder einfach Sonntag. Ich glaube, die wenigsten Menschen sind wie mein Opa. Die meisten von uns sind eher wie meine Oma. Normalbegabt, was die Kraft der eigenen Entschlüsse betrifft.

Dessen sollte man sich bewusst sein, wenn man Vorsätze fasst. Es ist sehr hilfreich zu verstehen, wie dein Gehirn funktioniert. Nur so kannst du es richtig nützen, um deine Ziele zu erreichen.

Diese 3 Wege helfen dir, deine Vorsätze einzuhalten:

1. Verbindung zum Gefühl

Für das Fassen von Vorsätzen ist ein bestimmtes Gehirnareal zuständig, nämlich die Großhirnrinde. Vorsatz gefasst, fertig. Damit er aber erfolgreich umgesetzt werden kann, muss die Großhirnrinde eine Brücke schlagen zu anderen Bereichen des Gehirns, zum Beispiel zu der, die für Gefühle zuständig ist oder zu der, die fürs Pläneentwerfen verantwortlich zeichnet.

Unsere Gefühle lassen uns öfter scheitern als uns bewusst ist. Gefühle können es einfach nicht ausstehen, ignoriert zu werden. Wir müssen lernen, uns die richtigen Fragen zu stellen. „Wie viel will ich wiegen?“ hilft mir, eine Zahl zu finden, ein Ziel zu setzen. Sagen wir 58 Kilo. Nun habe ich diese Zahl vor Augen, während ich beim Abnehmprozess die meiste Zeit mit was kämpfen werde? Richtig. Mit meinen Gefühlen. Ich empfehle dir, dir lieber folgende Fragen zu stellen:

1.1 Wie möchte ich mich fühlen?

Diese Frage bringt dich deiner Motivation näher und hilft dir eventuell, deine eigenen Denkfehler zu entdecken. Du willst abnehmen, weil du dich wie fühlen möchtest? Attraktiv, leicht, beweglich, jung, gesund, sportlich, kraftvoll, dynamisch,…. Deine wahre Motivation ist ein Gefühl, das du dir wünschst. Diese Motivation, dieses Gefühl ist dein Leitstern, der dir hilft, bessere Entscheidungen zu treffen. Der Weg zum Ziel ist lang und voller Möglichkeiten, die falsche Entscheidung zu treffen. Hab dieses Gefühl vor Augen, es hilft dir, dran zu bleiben.

Aber nicht nur das. Es hilft dir auch zu erkennen, in welche Richtung du dein Leben gerne steuern möchtest. Wenn dein Gewicht dich schwer fühlen lässt und du abnehmen willst, um dich wieder leicht und/oder dynamisch zu fühlen, stellt sich die Frage, was du sonst noch tun könntest, um diesem Gefühl näher zu kommen. Vielleicht gibt es in deiner Umgebung einen Menschen, der dich ebenfalls dazu bringt, dich schwer zu fühlen. Jemand, der überall das Negative sucht, sich dauernd beschwert und dir die Ohren volljammert? Du solltest deine Energie an so jemanden nicht verschwenden. Auf der anderen Seite gibt es vielleicht jemand anderen, dessen Nähe du öfter suchen solltest, weil du dich danach immer so inspiriert, optimistisch, leicht und dynamisch fühlst? Auf welche Weise konsumierst du Medien? Siehst du dir Dinge an, die dir das gewünschte Gefühl vermitteln?

Dir dessen bewusst zu sein, welches Gefühl du dir von dem Erreichen deines Vorsatzes erhoffst, bringt viel Klarheit und Motivation in dein Leben. Eine andere Weise, sich diese Frage zu stellen, ist:

1.2 Welche Art von Frau möchte ich sein?

Diese Frage stimuliert den visuellen Zugang und wir brauchen Bilder, wenn wir unsere Ziele erreichen wollen. Ohne dass es dir bewusst wäre, hast du bereits Bilder im Kopf, denen du nacheiferst. Es sind Bilder von Frauen, die dich geprägt haben – deine Mutter, deine Lehrerin, deine ältere Schwester. Nun ist es an der Zeit, dir eigene Bilder zu erschaffen.

Diese Frage stammt von der erfolgreichen Designerin Diane von Fürstenberg. Sie sagte, in jungen Jahren wusste sie nicht, was sie wollte, aber sie wusste, welche Art von Frau sie sein wollte, und das hat sie immer geleitet. Ich finde diesen Zugang toll. Und wieder eröffnet dir dieses Bild weitere Geheimnisse über deine Sehnsüchte. Denn ich möchte wetten, Gewicht zu verlieren wird nicht das einzige sein, was du tun kannst, um die Art Frau zu werden, die du sein möchtest. Vielleicht gehört es auch dazu, dass du deinen Kleidungsstil veränderst – was dich wiederum weiter motivieren könnte, abzunehmen. Vielleicht kommst du auf die Idee, dir ein bestimmtes Hobby zuzulegen, das dich diesem Bild näher bringt.

 

2. Kleine Schritte

Ich bin ein Freund der kleinen Schritte. Die Macht der kleinen Schritte wird sträflich unterschätzt, während man die Macht der großen Schritte fast ins Mystische aufbläst. Ich weiß das auch deswegen, weil ich so eine Daueroptimiererin bin und somit immer dabei bin, irgendein „gesundes Konzept“ umzusetzen. „Ab heute esse ich keinen Zucker“ – so einen Entschluss auf Dauer einzuhalten ist einfach 99% von uns nicht gegeben. Das kann man akzeptieren oder sich selbst deswegen böse sein. Das sieht dann so aus: man isst wieder Süßes und fühlt sich dabei mies.

Oder man ist nett zu sich und nimmt sich vor, an 3 Tagen der Woche keinen Zucker zu essen. Liebes 1%, seid so nett und schickt mir keine Emails. Ich freue mich für euch, dass ihr es schafft. Wir 99% haben einfach keine Lust, uns mit unseren Süßigkeiten wie meine Oma vor dem eigenen Gewissen im Keller zu verstecken.

Mein ehemaliger Geographielehrer war Ex-Raucher. Er erzählte uns, dass er sich zu Silvester immer erlaubt, eine Packung Zigaretten zu kaufen und richtig zu genießen. Diese kleine Geschichte sicherte mir später mein Nichtraucherleben. Denn ich mache das genauso und finde es genial.

Auf diese Weise schaffe ich endlich auch das Dinner Canceling. Von dessen Gesundheitseffekten tief überzeugt, versuchte ich lange, es umzusetzen. Erst als ich gesagt habe, okay, dreimal in der Woche genügt, schaffe ich es wirklich jede Woche, und meist sogar fünfmal. Der Druck ist weg. Kleine Schritte sind einfach zauberhaft. Gesundheit ist ein Langzeitprojekt, da braucht man einen langen Atem.

Wer von Größe 44 auf Größe 38 abspecken möchte, ist gut beraten, sich zuerst mal Größe 42 als Ziel zu setzen. Es ist leichter zu erreichen, das bringt große Freude und es ist ratsam, sich hier mal zu fragen „was muss ich tun, um dieses Gewicht zu halten?“ Wenn man hier gefestigt ist, wenn die Größe 42 zum neuen Normalgewicht geworden, kann man das Ziel Größe 40 anpeilen. Kleine Schritte erlauben uns, die Fähigkeiten zu schulen, die wir brauchen, um den Erfolg dauerhaft zu halten.

Ich glaube, für eine große Veränderung braucht man eine starke Motivation. Für kleine Schritte genügt Silvester. Isst man an drei Tagen der Woche nichts Süßes, hat man seinen Zuckerkonsum fast halbiert. Das macht in einem Monat nicht viel aus. Aber kleine Schritte hält man einfach länger durch. So haben sie die Chance, zu einer richtigen Gewohnheit zu werden. Wenn man den Zuckerkonsum von zehn Jahren anschaut und sich vorstellt, man hätte nur die Hälfte gegessen, ist das eine Menge!

Ich habe dazu einen Experten befragt – meinen Mann. Ich kenne ihn seit 20 Jahren und seit 20 Jahren betreibt er Dinner Canceling, Sport und allgemein einen gesunden Lebensstil, während er eigentlich ein ziemlicher Genussmensch ist. Ich finde seine Einstellung, Genuss und Disziplin unter einen Hut zu bringen, super. Er sagt: „Erst der Verzicht ermöglich den Genuss. Ein Langzeitvorhaben ist nie 1:1 umzusetzen. Es ist wichtig, dass man es nicht zu strikt durchzieht. Denn wenn man es strikt macht und es ein oder zweimal nicht geschafft hat, hat man gleich das Gefühl, man scheitert und dann lässt man es ganz. Das Leben sorgt ja garantiert dafür, dass man es immer wieder nicht schafft, das sollte kein Grund zum Aufgeben sein. Mach es so oft es dir möglich ist. Das macht es dann aus. Es geht nie um die lückenlose konsequente Perfektion, so etwas kann nicht auf die Dauer gut gehen. Einfach immer wieder, so oft es dir möglich ist. Dann wird es zur Gewohnheit und wenn es zur Gewohnheit geworden ist, ist die Umsetzung überhaupt kein Problem mehr. Der Organismus stellt sich mit der Zeit um und dann ist das dein neues Ich geworden.

 

3. Auch ein Anfang kann das Ziel sein

Taekwondo, Tennis, Trommeln, allerlei habe ich schon mit guten Absichten angefangen. Ich habe mal angefangen, Fantasieplüschtiere zu entwerfen und zu nähen mit der romantischen Absicht, irgendwann einen Stand am Weihnachtsmarkt zu haben und mit einer Tasse heißen Tees den ganzen Tag mit netten Marktbesuchern zu plaudern. Mein Mann und ich haben mal unseren Garten vergrößert mit der Absicht , Selbstversorger zu werden. Mir fallen die vielen Projekte schon gar nicht mehr ein, die ich so im Laufe der Jahre mit ernsten Absichten angefangen habe. Ich habe viele Ideen und viel Begeisterung. Aus den meisten Projekten wurde nichts. Aus einigen wenigen ist ganz schön viel geworden – dieser Blog zum Beispiel. Ich habe übrigens schon vor vier Jahren einen Blog angefangen, aber nicht durchgehalten. Diesmal hat es geklappt. Der Misserfolg von damals war wichtig, denn erst danach wusste ich, was es braucht, um es erfolgreich durchzuziehen. Ich wusste schließlich, woran ich gescheitert bin.

Neil Strauss sagte: “Was wir als Endpunkte eines Ziels ansehen, sind in Wirklichkeit nur Gabelungen einer Straße, die sich immer weiter gabelt. Im großen Bild unseres Lebens können wir nicht wissen, ob ein bestimmter Efolg oder Misserfolg uns tatsächlicht hilft oder schadet.”

Die vielen Neuanfänge in meinem Leben haben mir eine Menge interessanter Erfahrungen verschafft. Sie haben mir geholfen, mich in verschiedenen Situationen zu erleben und besser kennenzulernen. Sie haben mir geholfen, die Welt kennenzulernen. Dank der vielen Neuanfänge weiß ich heute, wie so ein Prozess bei mir abläuft, ich kenne den Punkt, wenn ich merke, das aus dem Spiel langsam Ernst wird und ich hier mehr investieren möchte. Ich habe sehr viele Kurse besucht, und die meisten waren umsonst. Aber die wenigen, die mich bereichert haben, haben mich auf eine Weise bereichert, die mein Leben vollkommen verändert hat. Es ist ein bisschen wie Frösche küssen. Man weiß nie, welcher sich in einen Prinzen verwandeln wird.

 

Dabei kann die Bereicherung auch indirekt ablaufen. Indem man erfährt, was man nicht will, führt es einen indirekt zu der Klarheit darüber, was man wirklich wirklich will. „Tell me, what you want, what you really really want“, haben die Spice Girls gesungen. Victoria Beckham war eine von ihnen. What she really really wants hat sie erst nach ihrer Sängerkarriere gefunden. Heute ist sie eine leidenschaftliche Designerin, die in jedem Interview erzählt, wie sie von klein auf Mode geliebt hat und wie überglücklich sie ist, dort zu sein, wo sie heute steht. Aber ohne ihre erste Karriere hätte sie als Designerin nicht den gleichen Stand. Man sollte es immer wieder wagen, etwas anzufangen, ohne den Anspruch zu haben, dass es jetzt die große Sache sein muss. Man weiß es einfach nie.

„Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt, und der uns hilft zu leben.“ Hermann Hesses Zitat ist aus guten Gründen so berühmt, es ist einfach stimmig. Ein Neuanfang, das ist Hoffnung, das ist das Spüren der Möglichkeit, dass ich mehr sein könnte als ich heute bin. Ein Neuanfang, ein Vorsatz, das ist das Greifen nach der Möglichkeit, wie mein Leben auch sein könnte. Wozu ein gescheiterter Vorsatz in Zukunft führen kann, kann man heute noch nicht ermessen.

–>

Und genau nach diesen Grundsätzen habe ich sowohl mein Buch als auch meinen Kurs “Chi statt Botox” konzipiert – den Weg, in Würde und Gesundheit unnötige Falten zu bekämpfen. In Ruhe reifen können und sich wohl zu fühlen, das war mein Bild der Frau, die ich nach dem 40. Geburtstag sein wollte. Kein Opfer meiner Ängste und kein Opfer der Schönheitsindustrie. “Chi statt Botox” verhilft mit kleinem Aufwand zum großen Ergebnis und lässt sich daher langfristig umsetzen. Ich habe diesen Artikel so ausführlich geschrieben, weil es sehr wichtig ist zu verstehen, wie man Verbesserungen langfristig in den Alltag integrieren kann. Ich freue mich nämlich gerade sehr über diese Amazon-Rezension:

 

 

 

 

 

 

Bildquelle: pixabay.de, 123rf.com
Follow

About the Author

Mag. Christina Schmid - In Vorträgen, Kursen und Artikeln vermittle ich mein Wissen aus meiner langjährigen Erfahrung mit alternativen Heilmethoden, Coaching und meinen vielfältigen Ausbildungen. Mein Motto: "Jeder Mensch sollte die Gelegenheit haben, das Beste für sich zu tun". So versuche ich, den Menschen Zugang zu einem Wissen zu vermitteln, welches sonst ausgewählten Kreisen vorbehalten bleibt.