Jede Frau sollte ihre eigene Geschichte schreiben

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Frauen sind geborene Statistinnen im Lebensfilm der anderen. Jahrhundertelang waren wir nur der Beiwagen des Mannes, der Kinder, des Chefs. Ein gut funktionierender Haushalts- und Pflege-Roboter mit einem langlebigen Akku, den man nicht aufzuladen brauchte.

Heute hätten wir die Chance auf die Hauptrolle, und was machen wir? Wir geben uns mit der Nebenrolle zufrieden. Von der Statistin zur Nebenrolle ist schließlich auch ein Aufstieg. Aber nur weil wir immer beschäftigt sind, bedeutet noch nicht, dass wir etwas Wesentliches machen. Vor dem Wesentlichen schrecken immer noch viel zu viele Frauen zurück.

Nie gut genug für den nächsten Schritt

Wir haben immer das Gefühl, dass wir für die Hauptrolle noch nicht gut genug sind. Also machen wir uns auf den Weg der Selbsterkenntnis und Selbstentfaltung, mit der Hoffnung, uns selbst zu begegnen. Unseren Weg zu erkennen. Unsere Kraft zu finden. Und wenn es uns gelingt, schrecken wir zurück. Wenn die Tür an unserem Käfig aufgeht, schlagen wir sie selbst zu gern wieder zu. „Ich kann nicht, weil…“ ist einer der Sätze, den ich in meiner Praxis am häufigsten höre. Immer noch haben wir Angst vor unserer eigenen Kraft.

Frau unter Wasser
Quelle: pixabay.com

Freiheit ist eine innere Einstellung

Wird der Mensch automatisch frei, nur weil ihm Freiheit gewährt wird? Leider nicht. Freiheit ist eine Fähigkeit, ein Talent, etwas, was in uns drinnen passiert und nur am Rande mit den äußeren Umständen zu tun hat. Theoretisch sind wir frei, unsere eigene Geschichte zu schreiben, die Hauptrolle in unserem Leben zu spielen. Das reizt uns, weckt Phantasie – und gleichzeitig macht es Angst und paralysiert.

Innere Freiheit
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Der Chip mit dem vorsintflutlichen Programm

Irgendwo in unserem Inneren scheint ein Chip zu sein, der seit unserer Geburt regelmäßig upgedated wird – durch sexistische Werbung, lächerliche Frauenrollen in Medien und veraltete Politik. Auf diesem Chip ist die Geschichte der Jahrhunderte dauernden Frauenunterdrückung abgespeichert. Gelingt es einer Frau, ihre Angst zu überwinden, taucht unweigerlich die Frage auf: „Darf ich das?“ Wir haben oft das Gefühl, jemandem etwas wegzunehmen, wenn wir unseren Raum beanspruchen.

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Der Stoff, aus dem Frauenängste gemacht sind

In meiner Arbeit begegne ich vielen Frauen, die sich in einem Käfig halten, den es real längst nicht mehr gibt. Hier sind einige Beispiele dafür, wie wir uns selbst blockieren:

Andrea, Verena und Lisa

Andrea verzichtet auf ihre Ausbildung zur Yogalehrerin, weil ihr Mann damit nichts anfangen kann. Verena verharrt in einer blutleeren Ehe aus Angst, man könnte sie für verrückt halten, wenn sie ausbricht. Lisa lässt sich auf eine offene Beziehung ein, die sie eigentlich ablehnt, und fragt sich, warum SIE nicht flexibler ist.

Frauenrollen
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Anna, Gertrud und Iris

Anna spielt die Karriere-Juristin, obwohl sie sich eigentlich eine Großfamilie wünscht, sich dafür aber schämt. Gertrud verliert den Kontakt zu sich selbst, um ihrem Mann zu gefallen. Iris steckt seit drei Jahren in der Unentschlossenheit fest, weil sie sich sorgt, was die anderen bei einem Scheitern ihrer Selbstständigkeit sagen könnten.

Immer schön zumutbar bleiben

Frauen glauben oft, es sei nobel, sich zurückzunehmen. In Wirklichkeit entziehen sie der Welt ihre Energie. Wir alle schielen auf die Umgebung und bemühen uns, „zumutbar“ zu bleiben. Tag für Tag gehen so Tonnen an Originalität und Buntheit verloren. Unsere Töchter und Enkeltöchter sehen uns dabei zu und lernen, was ein Frauenleben ausmacht.

Authentizität
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Jede Frau sollte eine eigene Geschichte haben. Ich möchte weder für meine Tochter noch für meinen Sohn ein Vorbild für Selbstaufgabe sein. Niemand soll denken, dass eine Frau für Liebe ihren eigenen Weg opfern muss.

Wir sind die Hebammen unserer Träume

Nur wir Frauen können anfangen, unsere innere Stimme ernst zu nehmen. Wir müssen uns das Recht auf einen eigenen Weg selbst erteilen. Der Zaun wurde abgebaut, der Käfig ist weg. Die Freiheit ruft und sie ist voller ungeschriebener Geschichten.

Eine davon ist deine. Zeig uns, welche es ist!

Freiheit Meer
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Gedanken von 6 zu “Jede Frau sollte ihre eigene Geschichte schreiben

  1. moe sagt:

    Liebe Christina,

    aus dem fernen Norddeutschland ein ehrfürchtiges wie ergriffenes „WOW“!!!…

    Hab so vielen Dank für Deine Worte, für diesen wirklich inhaltlich wie stilistisch wie energetisch grandiosen, absolut phantastischen Artikel!!!

    Ich lese viel und schreibe selbst ein wenig und bin nicht sooo schnell so tief beeindruckt, auch das Thema ist strenggenommen nicht in Gänze „neu“, und viele gute, bunte, facettenreiche (…) weibliche Beiträge existieren (zum Glück!) schon..

    Auch impliziert mein Lob bereits, nicht erst aktuell, aber besonders wieder einmal und sehrheftiggeradeJETZT selbst betroffen zu sein auf sämtlichen der von Dir erwähnt-beschriebenen Ebenen des weiblichen Daseins und Lebens.

    Aber ich kann beim allerbesten Willen nicht erinnern, erwähnter Themen Essenz so derart kraft- wie gefühlvoll wie geistreich wie zutiefst weise, so knallhart zutreffend in die Welt geboren gelesen zu haben !!! BÄM !!! 😎

    Im Ernst, meine Liebe: YOU MADE MY DAY !!!

    DANKE!!!

    Herzliche Grüße,

    moe

    1. Christina sagt:

      Liebe Moe,
      Dein Feedback macht mich sprachlos.❤❤❤❤
      DANKE vom Herzen.
      Christina

  2. Doris Hönle sagt:

    Hallo Christina!

    Wunderbar geschrieben und so zutreffend.
    Meine Güte, tat das gut, das zu lesen.

    Leider ist es genauso wie von Dir beschrieben.
    Das Schlimmste ist wirklich, dass viele Frauen, die meisten wahrscheinlich… immer meinen, dass sie genau das (!) selber so wollen.

    Aber ich kann es mir nicht vorstellen.

    Und doch erwische ich mich eigentlich dauernd, wie ich denke : „Ach….die anderen Frauen haben´s gut……. denen gefällt und reicht das alles… Kinder, Häuschen, Halbtagsjob, 1 Woche Italien….“

    Mir reicht das irgendwie nicht….

    Ich persönlich bin ein sehr freiheitsliebender Mensch, aber unterschreibe zu 100 % , dass wir Frauen in einer Art Gefangenschaft leben und da nur sehr schwer rauskommen.

    Gott sei Dank, ist dies, wie ich finde in den letzten 40 Jahren schon etwas besser geworden…… aber im Kern wahrscheinlich nicht wirklich.

    Wir müssen uns gegenseitig ermuntern für die Freiheit und uns diese selbst erlauben!

    Das Leben ist einfach zu kurz…..

    LG Doris

    1. Christina sagt:

      Liebe Doris,
      danke für Dein Kommentar. Du sagst es… ?
      Aber wir haben jeden Tag die Chance, es zu ändern!
      Herzliche Grüße,
      Christina

  3. Johanna Weber sagt:

    Toller Artikel, regt zum Nachdenken an. Ich werde ihn speichern und von Zeit zu Zeit lesen, habe ich mir vorgenommen!

    vielen Dank!

    1. Christina sagt:

      Liebe Johanna,
      es freut mich, dass er Dich berührt hat. ???? Ich habe mich über Deine Worte wirklich sehr gefreut! ????
      Herzliche Grüße,
      Christina

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